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DIRECTOR’S NOTE

DIRECTOR’S NOTE VON SCHWARWEL

Neben der Produktion an unserem Trickfilm „Leipzig von oben“, in dem wir neben dem Sterben und dem Tod meines Vaters auch die DDR- und Wendejahre sowie
die aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingspolitik und die Reaktionen durch AfD und LEGIDA bzw. PEGIDA thematisierten, gaben wir parallel 16 jeweils zweitägige Trickfilm- und Comic-Workshops zum Thema „Diktatur und Demokratie“ in jedem der 16 deutschen Bundesländer.

Die Workshops förderte uns die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, nachdem wir ihr unser Workshop-Konzept rund um unseren 2014er Trickfilm
„1989 – Unsere Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer“ und das vertiefende Buch „1989 – Unsere Heimat, … Der Almanach zur Friedlichen Revolution“ vorgestellt hatten, mit deren Hilfe die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Ideen zum Thema „Diktatur und Demokratie“ aufschreiben, zeichnen, filmen oder animieren sollten.

Unter den unmittelbaren Eindrücken der zumeist beachtlichen Reaktionen und Ergebnisse der jugendlichen Workshop-Teilnehmer diskutierten wir intern Ideen, wie man ein so umfassendes Thema wie die Friedliche Revolution 1989 mit ihren Anfängen im Ende des 2. Weltkrieges und der darauf folgenden Teilung Deutschlands und ihrem Abschluss in Mauerfall und letztlich Wiedervereinigung weiter und griffiger aufbereiten könne, um somit ein tieferes Verständnis für diese von uns behandelten Thematiken und letztlich ein wachsendes Demokratieverständnis zu fördern.

Schon in diesen und in ähnlichen Workshops und bei Vorführungen unserer Filme hatten wir stets darauf geachtet, Verknüpfungen mit dem Jetzt und dem eigenen Erleben der heute jungen Generationen aufzuzeigen, um den Bogen von einem staubtrockenen Thema wie der Friedlichen Revolution im Jahre Neunzehnhundertblumenkohl zu ihrer eigenen Erlebniswelt mit all den Smartphones, mit Social Media und dem hektischen „urbanem Lifestyle“ hinzubekommen.

Unsere Idee war simpel: eine Reihe kurzer, prägnanter (Trick)filme, die sich konzentriert und unterhaltsam einem Spezialthema rund um die Friedliche Revolution widmen sollten – stets in Bezug und im Vergleich zu unserer jetzigen Gesellschaft und zu der Demokratie, in der wir leben.

In ein Konzept gegossen, reichten wir im Sommer 2015 diese Idee bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ein, die dem Antrag im Dezember 2015 entsprach, worauf ich mich an die Drehbücher setzte.

Und da saß ich nun. Und saß. Und saß.
Ich fand es bedeutend schwieriger als zunächst angenommen, ein Thema wie „Schießbefehl“ in einem 3-Minuten-Film unterzubekommen, in dem – laut unserem eigenen Plan – eine sonore Erzählstimme ein paar Bilder und Sachverhalte der jüngeren Geschichte bespricht, während darunter sanfte Aufzugsmusik den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten sucht.
Wovon da handeln sollte, war schließlich auch Teil meiner eigenen Geschichte und ich hatte bereits genug Dokumentationen gesehen, die die Themen zwar irgendwie abhandelten, von denen ich mich aber nicht wirklich „abgeholt“ fühlte.
Als wir nach der Fertigstellung und der Leinwandpremiere von „Leipzig von oben“ im Frühjahr und Sommer 2016 unser retrospektives Trickfilmprogramm „Total Eclipse Of The Heart“ mit unseren bis dato entstandenen Eigenproduktionen der letzten acht Jahre in einigen Kinos aufführten, war ich erstaunt, wie gut die Filme miteinander funktionierten und wie viel mehr im eigenen Kopf einfach nur dadurch entstand, dass die Filme ineinandergriffen und bestimmte Sachbezüge mal von mehr als nur einer Perspektive ausgeleuchtet wurden.

Und siehe da: Auf einmal hatte ich kein Problem mehr, mich den Themen unseres Konzeptes zu nähern und „1989 – Lieder unserer Heimat“ nahm endgültig Gestalt an – eine Reihe von Trickfilmen zwischen Schießbefehl, Mangelwirtschaft und Friedlicher Revolution, erzählt in Form von Liedtexten, wie ich sie bereits seit Jahrzehnten schrieb, seit ich mit 16 das erste Mal Teil einer Rockband war.

Die Band hieß „The Tishvaisings“ und unsere Einstufung vor einer Abnahmekommission örtlicher Kulturfunktionäre der DDR absolvierten wir im damaligen Leipziger „Jugendklubhaus Erich Zeigner“, dem heutigen Conne Island bzw. damals wie heute einfach nur „Eiskeller“.

Meine sehr düsteren, eher von Perspektivlosigkeit geprägten, deutschen Liedtexte wurden einer gründlichen Tiefenprüfung mit Frage-und-Antwortrunde unterzogen und es war nur einem uns sehr gewogenen Mitglied der dreiköpfigen Kommission zu verdanken, dass wir eine Einstufung „mit Konzertgenehmigung“ erringen konnten, was hieß, dass wir als eine dieser neuen „anderen Bands“ durch die DDR tingeln und dafür als Gage 150 Mark von den Klubhäusern bekommen durften. Staatlich abgesegnet.

Solche prägenden Erinnerungen wollte ich als Aufhänger für unser Projekt nutzen, indem ich eine Reihe verschiedenartiger Melodien und Lieder zu schreiben begann, um die Vielfältigkeit der Thematiken auch hörbar zu machen: vom Kinderlied über russische Folklore und den unvermeidlichen Schlager bis zu Heavy Metal, verwoben in eine Grundstory, die auf meinen eigenen Erinnerungen genauso basiert wie auf den Erlebnissen meiner Verwandten, Freunde und Bekannten.

Denn bei den Workshops haben wir schnell gemerkt: Sei authentisch, wenn du von den Leuten angehört werden willst. Sei du, denn sonst kannst du gleich wieder auf der Hacke kehrt machen.

Meiner Meinung nach gilt das ganz genau so für die (Trick)filme, die ich und wir (lies: Glücklicher Montag) momentan machen und auch weiterhin machen wollen:
Sie sollen sich richtig anfühlen, echt, gelebt.

Schwarwel
Leipzig, Januar 2017

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